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Menagerie





Out of the bed and into the gallery Experiences with hotels on their journeys let zweintopf do a project with white towels. The outputs of creative chambermaids were brought to the art gallery. Discovering the „art“ of towel origami zweintopf decided to go „hunting“ and „catch“ some wild towel animals to present it in the gallery. As a result of this hunt three videos and 120 animals were shown in a menagerie, guarded with an electric fence which also forced the visitors to behave like being in an enclosure. Observation cameras filmed both, animals and visitors, because the animals were just static when facing vistors, during the night they seemed to move and did several formations.




Menagerie

Der Gestaltungswahn des Menschen hat auch vor der einfachen und vom reinen Nutzen geprägten Natur des Handtuches nicht Halt gemacht – als würde allerhand Motivik und buntes Muster nicht ausreichen. Eine Menagerie aus Handtüchern vereint exotische Tiere aus den verschiedensten Kontinenten. Im Käfig versteht sich. In Handtuchform erstarrt.

Eine Unzahl weißer Handtücher bedeckt den Boden, ein scheinbar ungeordnetes Chaos. Erst auf den zweiten Blick wird die Gewolltheit, das Gestaltete sichtbar, das sich für kurz oder lang figurativ zusammengefunden hat. Aus den wahllos zusammengeworfenen Handtüchern entwickeln sich Tierfiguren aus weißem Frottee, nahezu abstrakt, ohne Spezifizierungen. Der Raum, in dem sie sich befinden, ist nicht betret-, die Tiere nur durch einen Zaun für den Betrachter sichtbar.

Überwachungskamerafotos zeigen Formationen und Ereignisse aus einer Zeit, da der Besucher noch nicht anwesend war. Die Tiere scheinen also nur für den Moment statisch, waren aber zu einer anderen Zeit scheinbar aktiv. So ist es nahe liegend selbst in Erstarrung zu verfallen, das Gegenüber belauernd. Eine Menagerie zu beiden Seiten des Gitters.

Die Jagd nach den zu bestaunenden Handtuchattraktionen, deren Resultat die Gefangenschaft in der Galerie ist, wird in Videos vorgeführt. In ihrer natürlichen Umgebung sind die begehrten Handtuchtiere kaum mehr als Aussparungen, weiße Flecken in der Landschaft, die mehr und mehr von der Ausrottung betroffen sind.

Das so genannte Handtuch-Origami ist typisch für Kreuzfahrten, für ein Publikum, das einen hohen Preis bezahlt hat, um in einem künstlich gestalteten „Gehege“ auf den Weltmeeren von einem Weltwunder zum nächsten zu tingeln – in den Hauspatschen und gewohnt luxuriöser Umgebung. Die Handtuchkreationen der Zimmermädchen bedeuten eine berechenbare Aufheiterung der Gäste während der langweiligen Fahrten auf hoher See zwischen Frühstücksbuffet und Nachmittagsjause.

Nicht mehr an die intime Situation des Badezimmers gebunden, erfährt das Handtuch seine Anonymisierung in der Masse. Wenn die Textilfirma jeden Morgen Berge neuer, gebügelter und gestärkter Wäsche an die Hotels liefert, ist das persönliche Handtuch auch ob seiner weißen Farbe kaum mehr auszumachen. zweintopf stellt dieser Abstraktion des Persönlichen die Abstraktion des Kitschigen gegenüber.

zweintopf* 2009

Text from Dr.Werner Fenz about zweintopf.













Stills aus dem Video "Weidmanns Heil"
















Ausstellungsansichten













Überwachungskamera Menagerie




Überwachungsvideo "Vernissage-Menagerie"




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Presse/Publikationen:

LICHTUNGEN - 117/XXIX. Jg./2009, Künstler:zweintopf Text:Dr.Werner Fenz
Kleine Zeitung, 16.04.2009, Artikel "Chile ist Schwerpunkt im Poesie-Mix" (zur Veröffentlichung der Menagerie im Kunstteil der Lichtungen)

Falter 11/09, "Herdentrieb trifft auf Stromzaun"

Kronen Zeitung Kulturteil, 08.03.2009 "Menagerie aus Frotee"